Roadbook Tirol - Montafon 2007           

 

Das Wetter wurde noch besser, die Rundreise am Samstag,08.September beginnt vom Hotel "Sonnleit´n" in Ladis (Serfaus Hochtal 1.243 m) und führt in die andere Richtung, zum "Stilfser-Joch", aber davon später.

Im Hotel bekamen wir den Tip, zur schweizer Enklave (Samnauntal) zufahren, also machten wir uns auf den Weg. Runter zur B180, weiter Richtung "Reschen-Pass". Nach ca. 30 km rechtsab in´s Samnauntal.

 

Das Sträß´chen schlängelte sich am Bergmassiv in die Höhe und war der letzte Schrei. Felsüberhänge, Tunnel die in den Berg gespengt waren, rechtwinklig rechts oder links im Tunnel weiterführten, dunkel, stickig, schmal und hunderte von Meter lang -- der reinste Horror. Klaus hatte seine Sonnenbrille auf und sah bei der Einfahrt in die Röhre nicht´s mehr. Nur der vorausfahrende PKW mit seinen Bremsleuchten war Wegweiser.

Nach ca.6 Km war hatte der Stress ein Ende und wir standen am schweizer Zollhaus. Der Ort Samnaun 1.857 m war eine zollfrei Zone und Sackgasse.

Am frühen Morgen war noch nicht viel los aber das Angebot an zollfreier Ware war enorm. Alles was das Herz begehrt war spottbillig, der Ltr. Super 0,88 ct. Wir hatten leider volle Tank´s.

Nach kurzem Spaziergang wieder raus aus dem Tal, aber auf der andern Talseite, die genau so gruselig war.

 

Über die N27, durch´s Unterengadin bis Zernez kamen wir zügig voran, gingen dann auf die N26, durch´s Münstertal, eine bewaldete Strecke die zum "Ofen-Pass" 2.149 m führte.

Der Pass entpuppt sich nur als Passage ohne Restauration durch die Berge, die Abfahrt in´s Tal, bis St.Maria ca.45 Km, war eine Wucht.

Im Ort St. Maria suchten wir verzweifelt den Abzweig zum "Umbrail-Pass" 2.501 m. Moppel die von oben kamen wiesen uns den Weg, der lag mitten im Ort zu erreichen über ein Tankstellengelände -- na prima, hätten wir lange suchen können.

Bevor wir uns ins Abenteuer stürzten, denn es war eines wie sich hinterher rausstellte,machten wir erst Pause.

Wenn ich zurück blicke, dann laufen mir jetzt noch Schauer den Rücken runter. Bei der Einfahrt zum Pass, die obligatorischen Hinweise: Achtung Steinschlag, Schlechte Wegstrecke u.s.w.

 

Da wir optimisten sind, glauben wir nur an das Gute. Weit gefehlt -- es war schlimm !!

Lange Rede, kurzer Sinn, eine Piste ca.11 Km lang, eng, steil bis zu 15 %, Spitzkehren der gemeinsten Art, Schotter, keine Leitplanken und immer nur bergan. Für Enduro´s das ideale Terrain.

Auf der Passhöhe angekommen, flogen uns die Knochen, aber ein Ende war noch nicht in Sicht, nämlich die letzten 3 Km zum "Stilfser-Joch" 2.757 m mußten noch bewältigt werden -- allerdings auf Asphalt.

                                               

Der höhste Pass der Region entpuppte sich als Rummelplatz. Randvoll mit Verkaufständen aller Art, Imbiss-Buden parkende PKW´s und Moppel. jeder stellt sein Vihekel da ab wo Platz ist, stürmt mit Fotoapperat zum Ziel seiner Begierde -- der reinste Zirkus. Und nicht zuvergessen die Massen von Radfahrer, es ist ein ständiges Kommen und Gehen.

Hier oben war es angenehm warm (Südtiroler Wetter) 18° C, leichter Wind und der Lorenz strahlte. Nach einer Pause mit Photo´s  machten wir uns an die Abfahrt, aber auf der anderen Seite, die hatte auch ihre Tücken. 24 Km und 86 Spitzkehren waren auch nicht zuverachten.

 

Erwin hätte man fast vom Moppel geholt. Vor einer Spitzkehre wollte der Führer einer Mot-Gruppe noch überholen, hatte sich verschätzt und ist beinahe mit der Felswand kollidiert. Bei einem Sturz wäre Erwin mitgerissen worden. Der schrie dem Kerl  A....loch hinterher und war außer sich vor Wut.

Die Spitzkehren waren deshalb so tückisch, weil man sie nicht einsehen konnte und ständig Verkehr nach oben war.Die Gefahr ging von den Radfahrern aus, sie nahmen bergan manchmal die gesamte Fahrbahnbreite ein.

 

Im Tal angekommen lockte ein italienisches Cafe mit Kaffe und Kuchen. Weiter in Richtung "Reschen-Pass", wo wir uns in die Blechschlange des sonntägigen Ausflugsverkehrs einreiten.

Trotzdem ging die Fahrt zügig voran, am "Reschen-See", wo der Kirchturm aus dem Wasser ragt wurde Pause gemacht und Foto´s geschossen. Die Reise über den Reschen war ein klacks, später der "Finstermünz-Pass" 1.188 m  konnte auch nicht den anderen das Wasser reichen.

Rechtzeit vor dem Abendessen waren wir wieder im Stall.

 

Die letzte Rundreise unseres Aufenthalt´s in Tirol hat uns für alles entschädigt, was wegen der schlechten Witterung in den letzten Tagen nicht unternohmen werden konnte.                                                                                                                     

                  

 Die Strecke 6.Tag:

Hotel "Sonnleit´n" - Samnaun (Samnauntal) - N27 - Susch - Zernez - Ofen-Pass - St. Maria - Umbrail-Pass - Stilfser-Joch - N40 - Reschen-Pass - Finstermünz-Pass - B180 - Ried - Ladis, Hotel "Sonnleit´n

                                      (270 Km)

 

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