´                                                                                                                                             Tangermünde Sachsen - Anhalt 2017

Tour Tangermünde, Sachsen - Anhalt 2017

Am Abfahrtstag, wie immer an altbekannter Stelle am altbekannten Datum, stellte sich die Truppe dieses Jahr erst einmal die ungläubige Frage: Kann es tatsächlich sein, dass wir 2 Jahre direkt hintereinander wirklich schönes Wetter für unsere Tour bekommen sollten? Hatte doch der Wetterbericht für das Wochenende schönes, trockenes, wenn auch teilweise heißes Wetter voraus gesagt. Somit startete man in 7 köpfiger Besetzung (Carsten, Gerd, Klaus (klein), Sascha, Erwin, Peter und Dirk) wohlgelaunt auf die 270 km Tour Richtung Osten und immer geradeaus. Dirk hatte die Tour abseits der Autobahn geplant, über Springe, südlich von Hannover, dann Sehnde, Richtung Wolfsburg und Gardelegen, an Stendal vorbei direkt nach Tangermünde ins Hotel Exempel Schlafstuben. Die Hinfahrt verlief super, tragischer weise hatte das Cafe, welches Dirk sich zum zweiten Frühstück ausgesucht hatte, schon fast wieder zu, sodass kurzerhand eine Tankstelle aufgesucht wurde. In Wolfsburg, direkt am VW-Werk konnte beim kleinen „m“ die erforderlich Kalorien wieder aufgefrischt werden, damit erreichte man das Hotel in diesem Jahr schon recht früh zum späten Nachmittag. Das über Tangermünde bekannte Kuhschwanzbier mundete zwar nicht  jedem, jedoch ist am Abend keiner hungrig oder durstig in den wohlverdienten Schlaf gesunken.

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Am nächsten Tag hatte sich die Truppe Berlin auf die Fahnen geschrieben, eigentlich sollte eine Runde auf der „Avus“ unter die Räder genommen werden, dies konnte aber leider mangels Zeit nicht realisiert werden. Doch dazu später. Der Hinweg führte in Richtung Rathenow, dann ins Havelgebiet nach Roskow und wenig später nach Ketzin zur ersten Havelfähre, die ja bei keiner Fahrt mittlerweile fehlen durfte. Leider hatte sich Gerd beim Frühstück eine kleine üble Magenverstimmung eingefangen und nach mehreren Würfelhusten Attacken konnte die Tour erst nach teilweise Wiedergenesung (Gott sei Dank!) fortgeführt werden. Weiter ging es durch wunderschönes Havelland kurz über die Autobahn in Richtung nördliches Potsdam direkt nach Berlin-Spandau. Hier wollte Dirk die Mittagspause ganz in der Nähe vom Flughafen Tegel verbringen, aber es wurde kurzerhand ein nettes Lokal kurz vor Tegel angefahren, welches sich ebenfalls als sehr nett und vor allen Dingen schattig herausstellte, denn mittlerweile war es auch recht warm geworden

 

Hier hatte sich der Tag aber leider auch für den Gerd erledigt, der immer noch nicht so richtig im Lot war. Er beschloss zum Leidwesen der anderen, den Weg zurück ins Hotel zu nehmen und sich für den Abend zu pflegen. Die anderen setzten somit die Tour zurück über die Havelchaussee, direkt im Grunewald am Wannsee fort, bis zum Südende der Avus, wo dann noch ein kurzer Stopp an der allen Berliner Motorradfahrern bekannten Spinner-Brücke eingelegt wurde.

Weiter ging es danach direkt nach Potsdam, über die Königstrasse und die weltbekannte Glienicker Brücke an den Potsdamer Seen vorbei in  Richtung Werder (Havel). Die Strecke führte danach immeran der Havel entlang bis direkt zur Stadt Brandenburg und weiter nach Genthin. Teilweise hatte man mit recht weitläufigen Sperrungen zu kämpfen, die manchmal einen nicht unerheblichen Umweg bedeuteten, aber letztendlich erreichte man nach ca. 330 km das heimische Hotel, wo es sich abends beim Griechen gut speisen und trinken ließ.

 

Für den nächsten Tag hatte der Wetterbericht wirklich richtig heißes Wetter vorher gesagt, und im Laufe des Tages stellte sich das als völlig gerechtfertigt heraus. Trotzdem machte man sich auf den Weg zum Ferropolis, einem spektakulären ehemaligen Tagebau Gelände, wo man direkt die alten Braunkohlebagger besichtigen konnte. Auf dem Weg in Richtung Burg gab es leider wieder Umleitungen und einen kurzen Verlust zweier Teilnehmer, die die Zeitplanung schon kurzfristig auf den Kopf stellte. Aber wir haben alle wiedergefunden und so ging es über Möckern, Zerbst und nach Gräfen-Hainichen zur Baggerstadt Ferropolis. Beeindruckende An- und Aussichten Dessau (wo eine kurze Pause eingelegt wurde) direkt belohnte die doch recht anstrengende, weil sehr warme Fahrt.

Es war schon wirklich interessant, wenn man mehr Zeit gehabt hätte und das Wetter nicht so warm gewesen wäre, hätte man sich sehr viel anschauen können über die Geschichte der Braunkohlenabraumgebiete in der Gegend. Aber der Plan war ja auch noch der Lutherstadt Wittenberg einen Besuch abzustatten, obwohl auch auch schon in Ferropolis der anstehende Weltkirchentag seine Spuren zeigte. Die direkte Strecke über die Elbebrücke nach Wittenberg war nämlich wegen des Abschluss Gottesdienstes gesperrt. Aber freundliche Polizeibeamte hatten Dirk eine reizvolle Ausweichmöglichkeit genannt, damit konnte die Truppe noch einmal per Fähre in Elster die Elbe überqueren.

Wittenberg stand aber wirklich komplett im Zeichen des Kirchentages, die Stadt war vollständig von Polizei und Einsatzkräften kontrolliert, sodass die Idee in die Stadt zu kommen, schon am Stadteingang in eine weitläufige Umleitung mitten durch die Wittenberger Wohngebiete mündete. Schade, aber halt nicht zu ändern. Somit läutete man den Rückweg quer durch den Naturpark Fläming ein. Super einsame Straßen, schattige Alleen und tolle Kurven entschädigten dafür aber. In Wiesenburg wurde dann noch ein Stopp am Schloss eingelegt, wo endlich mal für Kaffee und Kuchen Zeit war. Der Rückweg gestaltete sich (wieder mal mit Sperrungen) dann doch einfach über Ziesar, Genthin und Jerichow, deren doppelte Klosterkirchentürme schon von weiten erkennbar waren.

Am Abend wurde der lokale Kroate zum Essen ausgesucht und danach im Hotel beim Abschlussbier und DFB Pokalfinale noch über die ein oder andere Anekdote gefachsimpelt. Wer wollte, konnte aber auch einfach die Abendstimmung direkt an der St. Stephanskirche genießen… und die wirklich super Tour noch einmal Revue passieren lassen.

 

Der Rückweg nach Hause am nächsten Morgen wurde nach kurzer Diskussion (Wetterbericht hatte Mai-Rekordwerte und evtl. Gewitter angekündigt) über die Autobahn A2 erledigt, mit einer kurzen Pause an der Raststätte Lehrter See.Dank der doch recht kurzen Entfernung waren alle damit Sonntagmittag wieder zu Hause, größtenteils trocken und mit neuen Eindrücken aus Deutschlands Osten. Die Gesamtstrecke belief sich auf ca. 1.200 km und auch dieses Mal (toi, toi, toi) sind alle wohlbehalten wieder in der Garage angekommen.