Tour Vogtland, Frankenwald und tschechische Bäder

29.Mai - 01.Juni

 

Getreu dem Motto: Alle guten Dinge sind drei, fuhren diesmal Peter, Erwin  und Dirk bei mäßigem bis schlechten Wetter pünktlich um 09:00 vom Treffpunkt ins schöne Vogtland. Am Tag davor hatte es aus Eimern geschüttet, aber der Wetterbericht hatte schon für den Anfahrtag wechselndes Wetter mit einigen Schauern voraus gesagt und für die nächsten Tage trocken und schön. Somit machte sich die kleine Truppe auf den Weg, um über die 239 in Richtung Höxter, Uslar und weiter nach Duderstadt die A38 auf den Weg nach Osten zu erreichen.

Mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen, es war zwar immer noch bedeckt und recht kalt, aber die Stimmung hatte sich schon merklich erholt. So ging es dann über die Autobahn in Richtung Nordhausen, am Kyffhäuser vorbei, zur Mittagszeit schnell bei McDonalds gegessen, zum Hermsdorfer Kreuz. Da keiner große Lust auf Kurvenfahrten hatte, blieb die Truppe auf der Autobahn 9 in Richtung Hof, um sie bei Zeulenroda zu verlassen. Am Hotel angekommen freuten sich alle auf eine heiße Dusche und ein ausgiebiges Abendessen, um die ersten 480 km noch einmal ausgiebig zu besprechen.

 

Freitag 30.05.14

An diesem Tag hatte Dirk eine Tour durchs Vogtland in den angrenzenden Frankenwald geplant. Der Wetterbericht versprach trockenes und gutes Wetter, sodass die Regenklamotten kurzerhand im Hotel gelassen wurden. Über kleine, kurvenreiche Straßen ging es erst einmal in Richtung Talsperre Bleiloch, eine der größten in Deutschland. Somit waren wir erst einmal wieder in Thüringen.

Immer an der oberen Saale entlang führte der Weg über traumhafte Straßen (wie immer im Osten) nach Ziegenrück, wo Dirk einen längeren Stopp an Deutschlands einzigem Wasserkraft - Museum eingeplant hatte. Es war schon sehr interessant, vor allem, da keiner wusste, dass man sich im größten Wasser-kraftgebiet Deutschlands befindet. Kurzerhand wurde dort auch gleich das Mittagessen bei Sonnenschein ein-genommen, wie immer zu fast sensationellen Preisen.

Frisch gestärkt zog es die Truppe weiter in Richtung Talsperre Hohenwarte, einem Touristenhochpunkt der Gegend mit Schifffahrt, Hotels, Campingplätze und vielem mehr. Peter hatte noch den Wunsch, die Stadt Saalfeld an der Saale zu besuchen, da er meinte, dort wäre ein  Instandsetzungswerk der DB für Dampflokomotiven. Vor Ort mussten wir leider feststellen, dass es ein Irrtum war, und nach einer kleinen Geländefahrt auf DB Gebiet (Eine Enduro wäre schon schön gewesen!!!), kehrten wir Saalfeld den Rücken und fuhren gemäß dem Plan in Richtung Frankenwald.

Über Leutenberg, Wurzbach und Lehesten ging es in Richtung Bayern, um in Tschirn mitten in einer kleinen bayrischen Konditorei zu landen, wo man denn meinte, man säße doch in der guten Stube. Man hatte so zusagen vollen Familienanschluss, aber der Kuchen (wenn auch nur Teilchen) und Kaffee war lecker, vom Preis wiederum ganz zu schweigen. Danach führte der Weg über Bad Steben zurück nach Plauen, wo nach 270 km dann auch die Fahrt zu Ende war. Der Abend wurde extern im so genannten Plauener Malzhaus verbracht, einen auf den Resten der Burg der Grafen von Everstein errichtetes Kultur- und Kommunikationszentrum, wo gepflegt gegessen wurde und danach (Gott sei Dank nur kurz – sonst wäre die Truppe hoffnungslos versumpft) noch ein wirklich billiges Gute-Nacht- Bier (bzw. Wein und Longdrink) bei Live Musik genossen wurde.

 

Samstag 31.05.2014

Der nächste Tag wurde bei bestem Wetter nach dem üppigen Frühstücksbuffet gleich mit bester Laune und dem Motto "Heute ist Bädertour" begonnen. Dirk musste vorher natürlich noch kurz bei der Firma vorbei, wo er vor 13 Jahren Plauen überhaupt erst kennen gelernt hatte. Danach ging es gleich auf die E49 über Bad Elster (sehr schöne Häuser, aber auf Grund der Sperrung der Orts - Durchfahrtsstraße leider eine einzige Katastrophe - geländetaugliche Mopeds waren angesagt) und Bad Brambach in die Tschechische Republik nach Cheb. Von dort aus waren es nur ein paar Kilometer zum ersten kurzen Stopp in Franzensbad, sehr schöne Architektur, klein, aber fein.

In Marienbad genehmigte sich die Truppe im Schatten des 5 Sterne Grand Hotels "Pacifik" auf der Hauptstraße einen Kaffee und beobachtete das Leben um sich herum. Man kam sich fast vor wie vor 100 Jahren - Kutschen, gut gekleidetes internationales Publikum und eine sagenhafte Architektur ließen fast die Zeit vergessen. Danach wurde es dann doch etwas abenteuerlicher, da Dirk eine Route geplant hatte, die zwar im Atlas als Straßen gekennzeichnet war, aber leider nicht den Zustand derjenigen widerspiegelte. Aber egal, spektakulär war die Fahrt nach Karlsbad allemal, da die Straßen auch fast menschenleer waren.

Manch Tscheche schaute dann auch recht erstaunt, als 3 Motorradfahrer in der gottverlassenen Gegend herum kurvten, aber gegrüßt haben auch viele. Gott sei Dank streikte das Navi nicht, sonst wäre es richtig spannend geworden. Kurz vor Karlsbad meldete sich denn auch mit Vehemenz der Hunger, und kurzerhand steuerte Dirk eine Ferienhaus Siedlung mit Schwimmbad an, wo uns die Wirtin mit ihrem Sohn für unvorstellbar niedrige Preise gutes Essen und Trinken servierte. Die Bezahlung war auch in Euro möglich. Durch Karlsbad wurde dann direkt gefahren, es ist mit Abstand das größte der 3 Bäder und die Zeit drängte langsam.

Im Kurort Oberwiesenthal erreichten alle wieder heimatliche Gefilde und über Schwarzenberg, Auerbach, Lengenfeld und Reichenbach ging es noch einmal im schönsten Sonnenschein an der Talsperre Pöhl entlang nach Plauen, um dem Vogtland auf Wiedersehen zu sagen. Aber kurz vor Plauen kam dann doch noch ein Highlight, denn Peter erinnerte sich an die Göltzschtalbrücke, die größte Zigelbrücke der Welt, die aus 26 Millionen Ziegeln in den Jahren 1846 bis 1851 errichtet wurde, ein wahrhaft beeindruckendes Bauwerk, 78m hoch und 574m lang. Am Ende standen 330 km auf dem Tacho. Der Abend war eigentlich ohne Planung gestartet, nach einem kurzen Rundgang durch Plauen beschlossen Erwin und Dirk spontan im Irish Pub einzukehren und ein (oder mehrere) schöne frisch gezapfte Guinness, bzw. Kilkenny zu sich zu nehmen.

Der kurze Protest von Peter wurde schnell im Keim erstickt und es zeigte sich, da auch das Essen in einem Irish Pup duchaus schmackhaft war. Peter hatte mittlerweile ebenfalls „sein“ Bier gefunden und es begann ein lustiger Abend, wobei auch noch einige spaßige Gesellen eines Junggesellenabschieds ihren Teil beitrugen. Es wurde noch einmal ausführlich über die Tour gesprochen und alle waren sich einig, dass es (bis vielleicht auf den Anfahrtstag) mit einer der besten Touren bisher war, und Deutschlands Osten für Motorradfahrer eigentlich immer eine super Wahl ist. 

Sonntag 01.06.2014

Die Rückfahrt am nächsten Morgen wurde getrennt gefahren, Peter hatte sich auf Grund seiner (ihm von zu Hause vorgeschlagenen ☺…) zeitlichen Verpflichtungen bereits 1 Stunde früher auf den Weg gemacht, somit fuhren Erwin und Dirk auf direktem Wege in Richtung Heimat. Klar war Sonntagmorgens nichts los auf der Straße, so musste natürlich ein Teil der Rennstrecke „Schleizer Dreieck“ noch unter die Reifen genommen werden. Schade, dass keine Zeit für eine ganze Runde war!

Dirk hatte das Navi auf ökologische Route eingestellt und so ging es im lockeren Spurt munter über Neustadt an der Orla und Kahla in Richtung A4. Kurz auf die Autobahn und in Erfurt wieder runter. Durch Erfurt durch (schön, dass Sonntag war) und weiter in Richtung Bad Langensalza, Mühlhausen/Thüringen, Leinfelde-Worbis direkt zur ehemaligen Grenze. Hier wurde direkt auf dem Grenzstreifen bei einem umtriebigen Gastwirt gut zu Mittag gegessen und weiter ging es in Richtung Duderstadt, Ebergötzen nach Nörten- Hardenberg. In Uslar wurden bereits wieder heimische Gefilde erreicht, und nach Holzminden war es fast wie eine Samstag Tour. Nach 390 km, insgesamt also 1.470 km waren alle zufrieden wieder zu Hause.

 

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